In Niedersachsen steht die Telenotfallmedizin vor der Einführung. Damit sollen Notärzte über die Distanz hinweg bei Unfällen dabei sein können. Deswegen war sie auch Thema bei dem vergangenen Treffen der Ärztlichen Leitungen der Rettungsdienste (ÄLRD) des Landes Niedersachsens und Bremen in Wolfenbüttel.
Dort diskutierten die Mediziner unter anderem darüber, wie die Telenotfallmedizin praktisch umgesetzt werden kann. Sie soll die Einsatzkräfte vor Ort als zusätzliche Ressource unterstützen. Der Mediziner wird digital dazugeschaltet und behandelt aus der Ferne, klärt Patienten auf, berät den Mediziner vor Ort bei schwierigen Fällen oder überwacht Ausbildungseinsätze.

Vor Einführung der Telenotfallmedizin noch einiges zu erledigen
Damit das klappt, müssen laut Dr. Ulrich Heida, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Wolfenbüttel, einige Voraussetzungen erfüllt werden. Die Fahrzeuge und Leitstellen brauchen die passende Technik, damit die Anrufe überhaupt möglich sind. Ist das gegeben, müssen die Fahrzeugbesatzungen mit der Technik umgehen können. Schließlich sind in den Leitstellen Mitarbeiter nötig, die genug Zeit haben, sich um die Telenotfallmedizin kümmern.
Laut Heida laufen gerade die Ausschreibungen zum Software-System, das genutzt werden soll. Außerdem werde in drei Leitstellen die Telenotfallmedizin gerade erprobt, „die im Rahmen der Experimentierklausel des niedersächsischen Rettungsdienstgesetzes (NRettDG) den flächendeckenden Aufbau vorbereiten.“

Die Digitalisierung war generell ein großes Thema der Konferenz. Die Datenübertragung zu Kliniken funktioniere noch nicht reibungslos, zudem soll eine eigene Internetseite aufgebaut werden, heißt es in einer Mitteilung. Außerdem wurde diskutiert, wie die ÄLRD in die Planung von Großschadensereignissen und Katastrophen mit eingebunden werden kann.